Mülltrennung an sich ist in Deutschland mittlerweile Standard, aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt: Die Tonnen haben andere Farben oder was in Gemeinde X in die Wertstofftonne gehört, ist in Gemeinde Y dann doch Restmüll. Es ist nicht ganz so trivial, wie es zunächst aussieht. Sketchnotes können sowohl eine tolle Gedankenstütze sein als auch beim Kennenlernen der Mülltrennung helfen.

Der Kollege im Büro wirft seine Bananenschale mal wieder in den falschen Eimer. Die Kinder entsorgen ihre Papierschnippsel über die Restmülltonne oder fragen ständig nach: „Mamaaaaa, wo muss das jetzt rein?“ (Eltern wissen, wovon ich rede). Der nette Nachbar ist vor kurzem erst zugezogen und hat sich noch nicht an das neue System gewöhnt oder kennt Mülltrennung an sich nicht. Beispiele gibt es unzählige. Vielleicht kennt ihr die vorwurfsvoll klingenden Anweisungen des anonymen Kollegen, der den Bananen-Fehltritt über einen Aushang in der Teeküche zu rügen versucht. Natürlich mit roter Schrift und mindestens 5 Ausrufezeichen an jedem Satzende. Oder die irritierten Blicke eurer Kinder, für die ein Tetrapack doch auch nur ein Karton ist, aber eben doch nicht in die Papiertonne gehört.

In 4 einfachen Schritten lässt sich auf charmante Art und Weise klar und deutlich aufzeigen, was in welche Tonne gehört. Die Handhabung der bunten Tonnen wird damit kinderleicht.

Schritt 1: Stelle deine Recycling-Listen zusammen

Jeder Entsorger stellt Informationen zur Verfügung, wofür welche Tonne gedacht ist. Die Infos findet man häufig auf den entsprechenden Webseiten. Macht euch also schlau, welche Tonnen es bei euch gibt und was der Entsorger in welcher Tonne erwartet.

Eine Werbeagentur benötigt wahrscheinlich keine Informationen darüber, wo man alte Autoreifen entsorgt. Wenn deine Kinder schon größer sind, interessiert es niemanden in deinem Haushalt, in welche Tonne Windeln gehören würden. Nicht alles, was aufgelistet wird, macht für den individuellen Fall wirklich Sinn und wir wollen ja auch nicht übertreiben. Streiche also alles weg, was bei euch gar nicht vorkommt.

In unsere gelbe Tonne dürfte ich beispielsweise Töpfe werfen. Kommt eher selten vor, dass ich einen Topf entsorgen will. Also lasse ich den Punkt weg.

Schritt 2: Material organisieren

Wo möchtest du deine Recycling-Sketchnotes platzieren? Die Pinnwand im Hausflur, der Küchenschrank im Büro oder sogar direkt der Deckel der einzelnen Mülleimer? Je nachdem hast du mehr oder weniger Platz und musst vielleicht noch andere Dinge berücksichtigen.

Wir haben uns Zuhause für die flachen Deckel unserer Mülleimer entschieden. Die einzelnen Behälter sind unterschiedlich groß und stehen nicht parallel zueinander. Da ich die Behälter von Zeit zu Zeit abwische, müssen die Sketchnotes abwischbar sein und daher laminiert werden.

Schritt 3: Visualisiere einzelne Elemente

Überlege dir einfache Zeichnungen für die Dinge, die dir wichtig erscheinen und die du auf deinen Recycling-Sketchnotes zeigen möchtest. Fertige Varianten an und entscheide dich für eine. Ein paar Beispiele, wie man bestimmte Materialien visualisieren könnte:

  • Papier: Blätterstapel, Zeitung, Blatt mit Knick
  • Plastik: Joghurtbecher, Tüte
  • Holz: Brett, Ast
  • Metall: Konservendose, Maulschlüssel, Büroklammer
  • Bio: alle Arten Gemüse und Obst

Möchtest du deine Recycling-Sketchnotes für deine Kinder anfertigen, mach daraus ein gemeinsames Bastelprojekt. Kinder sind beim Sketchnoten oft sehr kreativ und talentiert, gerade was die reduzierte Darstellung angeht. Sie merken sich außerdem schon beim Zeichnen, was später wohin gehört.

Die Schrift kann einheitlich oder themenspezifisch unterschiedlich sein. Das Wort „Biotonne“ könntest du z.B. wie Gemüse aussehen lassen oder das Wort „Altpapier“ wie zerknittertes, angerissenes Papier.

Setze ein markantes Zeichen für die Farben der Tonnen:

  • Schrift: Schriftfarbe, Schraffur, Schattierung
  • Schattierung der einzelnen Elemente

In unserem Fall habe ich mich für die Schattierung der Schrift entschieden und jeweils die Farbe der Tonnen verwendet.

Text der Recycling-Sketchnotes mit Farbkennzeichnung
Text der Recycling-Sketchnotes mit Farbkennzeichnung

Schritt 4: Achtung, fertig, los!

Jetzt musst du deine Recycling-Sketchnotes nur noch anbringen und erlebst dein blaues buntes Wunder.

Fertige Recycling-Sketchnotes
Fertige Recycling-Sketchnotes

5 gute Gründe, die für Recycling-Sketchnotes sprechen

  1. Für kleine Kinder wird Mülltrennung ganz einfach.
  2. Die größeren Kinder fragen nicht mehr so häufig nach.
  3. Der nette Nachbar lernt die örtliche Mülltrennung schneller kennen.
  4. Menschen, die unsere Sprache nicht sprechen, finden sich zurecht.
  5. Sketchnotes sind einfach hübscher als schnöde Anweisungslisten. Die liebevoll gezeichnete Bilderanweisung wirkt viel harmonischer als das Meckerplakat mit den vielen Ausrufezeichen.

Meine Kinder hatten sehr viel Spaß beim Sketchnoten und fragen jetzt nicht mehr so häufig, was in welche Tonne gehört. Ziel erreicht! Gäste sind amüsiert über unsere Zeichnungen und fragen nach anfänglichem Grinsen nochmal nach. Kopieren erlaubt!

Und jetzt du 🙂 Zeig mir deine Recycling-Sketchnotes auf Instagram mit dem Hashtag #recyclingsketchnotes!

Viel Spaß!

Eure

Nane

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