Zugegeben, klingt ja schon irgendwie irre. Aber in der Tat: wir putzen Zuhause gemeinsam. Mit Kärtchen.

Wir hatten zum einen ein gewisses Motivationsproblem, wie andere Familien sicherlich auch. Zum anderen war ich bei unserer wöchentlichen Putzorgie mehr mit dirigieren beschäftigt als dass ich mit putzen vorankam.

Mamaaaa, was soll ich jetzt machen?

Jede Mama kennt das…

Eine schnöde To-do-Liste ist schnell wieder veraltet und wenn ein Kind noch nicht lesen kann, aber kleine Aufgaben im Haushalt schon übernehmen kann, bringt auch die Liste nix. Eine Lösung musste her und da wir sowieso gerade im Sketchnote-Fieber sind…

Vorbereitung: Kärtchen zeichnen

Zunächst zerlegt ihr eure Putzorgie in kleine Aufgaben, die sich von verschiedenen Personen nacheinander oder parallel abarbeiten lassen.

Für jede Aufgabe überlegt ihr euch ein passendes Bild. Pro-Tipp: Malt so oft es geht nette Gesichter auf Gegenstände. Das lässt aufräumen und putzen positiver wirken und sieht lustig aus. So motiviert ihr auch eure Knirpse.

Unsere Kärtchen sind alle mit kleinen Zeichnungen und Beschriftung versehen.

Auf die Plätze, fertig, putzen!

Und jetzt legen wir im Kanban-Stil los. Kanban bedeutet, wir denken uns 3 Spalten oder Bereiche:

  • offene Aufgaben
    Offene Aufgaben sind niemandem zugeordnet und können von jedem angefangen werden.
  • Aufgaben in Bearbeitung
    Aufgaben in Bearbeitung werden wie der Name sagt gerade bearbeitet.
  • erledigte Aufgaben
    Erledigte Aufgaben sind auch selbsterklärend.

Ihr könnt euch z. B. 3 Bereiche auf einem Tisch auslegen oder auf einer Pinnwand.

Hier die Regeln:

  • Alle Kärtchen befinden sich zu Beginn im Bereich „offene Aufgaben“
  • Wer keine Aufgabe hat, nimmt sich eine der offenen Aufgaben und legt das Kärtchen in den Bereich „Aufgaben in Bearbeitung
  • Ist eine Aufgabe abgearbeitet, wandert das Kärtchen in den Bereich „erledigte Aufgaben“
  • Jeder macht mit
  • Wir hören erst auf, wenn alles erledigt ist. Pausen sind erlaubt, aber gemeinsam.
  • Keine Aufgaben „reservieren“
    Einzige Ausnahme: wenn bestimmte Tätigkeiten bestimmten Familienmitgliedern vorbehalten sind (ratet, wer bei uns die Toilette putzt…)

Sollen bestimmte Dinge nur von den jüngsten Kindern erledigt werden, könnt ihr die z. B. mit Farbpunkten markieren.

Kanban wird übrigends auch im professionellen Umfeld gerne eingesetzt, weil man auf einen Blick sieht, welche Aufgaben gerade erledigt werden, wie viel noch zu tun ist und ob das Pensum in der übrigen Zeit noch zu schaffen ist. Der Berg mit erledigten Aufgaben wächst, die Motivation steigt und sogar Koordinationsaufwände sinken.

Wir nutzen dieses Prinzip jetzt schon ein paar Jahre und schaffen den Großteil unserer Putzorgie zu dritt mit zwei (mittlerweile) Teenagern in 2-3 Stunden ohne Gemurre. Testet das mal. Viel Spaß dabei.

Eure

Nane

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